Was macht man wenn man vor einer Mauer steht?
Was macht man wenn man von Mauern umgeben ist?
Was wenn sie näher kommen?

Wenn man mit einen großen Problem konfrontiert bin, das lokal wie eine Wand wirkt, gibt es mehrere Möglichkeiten klug zu handeln. Sind es Mauern in allen 3 Dimensionen, ist es schon schwieriger. Zeichnet sich auch keine Veränderung in der vierten Dimension, der Zeit, ab, ist es zum verzweifeln.

Eins nach dem anderen. Bei einer Wand kann man raus zoomen und sie als Oberfläche eines Brocken erkennen. Hat man das mal erkannt, kann man den Brocken in Fragmente aufteilen und einzeln abarbeiten. Ist der Broken auch aus der Adlerperspektive zu groß, um ihn als ganzen zu erkennen, kann man ihn sich für später merken und erstmal einen anderen Brocken suchen.

Macht man das zu bereitwillig, und arbeitet nicht an seiner Flughöhe, wird man immer nur kleine Brocken bearbeiten (ohne Wertung).

Alternativen (falls der Adlermove gerade keine Option ist)

  • Mit Gottesvertrauen (oder Vertrauen in den Markt) an der Wand vor der man gerade steht arbeiten. Kleine Brocken absplitten und zumindest das Gefühl haben was zu machen.

  • Erstmal Pause machen. Sammeln und neu gruppieren. Darauf warten das sich die Situation durch tektonische Platenverschiebung ändert ;)

  • Viel Zeit damit verbringen die lokale Struktur der Wand zu analysieren, in der Hoffnung durch die Erkenntnisse im Kleinen auf die im Großen zu schließen.
  • Nach der Arbeit an verschiedenen Brocken Gemeinsamkeiten herausarbeiten. Die Aufmerksamkeit auf die Mauer an sich lenken. Strategien, die für jeden Brocken funktionieren, ableiten.

  • Es könnte eine optische Täuschung sein und der Brocken ist in Wahrheit ein Loch. Dann muss man aber fragen, wer den das Loch da so unvorsichtig offen hat stehen lassen, so dass jeder reinfallen und sich den Hals brechen kann. Entweder das war grob fahrlässig, oder es hat noch keiner entdeckt. Oder es wurde bisher immer als Brocken interpretiert. Oder es wäre zu teuer eine Absperrung zu bauen. Brocken sind im allgemeinen nicht gefährlich. Das schlimmste was passieren kann ist das man nicht weiterkommt oder sich den großen Zeh anhaut. Mit Löchern muss man vorsichtiger sein.

So, was wenn man in allen drei Raumdimensionen Mauern findet? Dann ist der Adlermove keine Option.

  • Ist man fit in mentaler Gymnastik, kann man durch eine Umdefinition ändern was innen und was außen ist. Dann wird aus der Enge Weite, man ist ja ‘frei’.

  • Man kann die Zeit als vierte Dimension mit reinnehmen. Fähigkeiten sind eine Funktion der Zeit. Einige Brocken und Mauern verändern sich mit der Zeit.

  • Man kann auch weitere Dimensionen berücksichtigen, dann relativiert sich die Relevanz der Mauern auch. In der bosonische Stringtheorie ist die Raumzeit z.B. 26-dimensional, in der Superstringtheorie 10-dimensional.

  • Der tibetische Buddhismus sagt, es ist sei die Faszination mit den Mauern, die ihnen Realität verleiht. Zumindest kennen sie in dieser Tradition die Mauern und reden von ihnen, kann also nicht schaden sich damit zu beschäftigen. Die (vermeintlichen) Mauern sind eine Konsequenz der ursprünglichen Fragmentierung des Raumes. Dieser Dualismus eröffnet den Zugang zu einer Welt von Hirngespinsten. Sie basieren auf einer fundamentalen Illusion, eben der Illusion von Dualismus (und nachgelagerter Fragmentierung). Er (der Buddhismus) bietet einen Weg, das Spiel zu durchschauen. Für ein Leben in der fragmentierten Welt voller Mauern, scheint mir aber liefert er nur den Ratschlag das alles nicht so ernst zu nehmen. Dadurch das man sich in der Gesellschaft auf die Mauern geeinigt hat, haben sie durchaus eine (intersubjektive) Realität.

Musashi dazu:

Die Lösung eines Problems führte ihn nur unweigerlich an das nächste heran. Manchmal war er so zerquält, dass er das Gefühl hatte, sein Schwert richte sich gegen ihn selbst.

und

Ein leichtes Dasein konnte nur mit Beschränkungen erkauft werden, und denen mochte er sich nicht unterwerfen.

und nochmal, im Gespräch mit dem Priester Gudo:

[M] Ich habe mit Übungen und Selbstzucht so wenig erreicht.
[G] Ihr redet immer davon. Solange ihr das tut, ist alle Mühe vergeblich.
[M] Was würde geschehen, wenn ich aufgäbe?
[G] Ihr würdet wieder abstumpfen. Ihr wäret menschlicher Abfall, schlimmer als damals, da ihr nur ein unwissender Narr wart.
[M] Wenn ich dem Weg entsage, stürze ich in die Tiefe. Aber wenn ich versuche, ihn weiter zu folgen bis zum Gipfel, dann merke ich, dass ich der Aufgabe nicht gewachsen bin. Ich krümme und winde mich auf halber Höhe und bin weder der Schwertkämpfer noch der Mensch, der ich sein möchte.
[G] Damit scheint alles gesagt.
[M] Ihr wisst nicht, wie verzweifelt ich gewesen bin. Was soll ich tun? Sagt es mir! Wie kann ich mich aus Nichtstun und Verwirrung befreien?
[G] Warum fragt ihr mich? Ihr könnt euch auf euch selbst verlassen.