Es ist ja nicht so, dass Leute, die nicht im Einklang miteinander leben dieses komplexe, chaotische Verhalten verstehen und planen. Wäre es so wäre ich beeindruckt und würde meinen Hut ziehen, dass sie ein so komplexes Spiel spielen.
Das vertrackte, gemeine gräbt sich tief in die Seele und kriecht immer weiter. Es kennt kein Genug und ist erst fertig, wenn es das gesamte System durchsetzt hat. Dann breitet es sich auf andere Systeme aus.

Intersubjektive Komplexe bilden sich aus

Die Tentakel der Komplexe1 verschiedener Teilnehmer (an einem System) verschränken und verknoten sich. Das passiert passiv, automatisch, ohne zutun. Unterstützt durch Unaufrichtigkeit und Lügen. Getrieben von der Angst alleine mit diesem verworrenen Monster zu sein ziehen die Teilnehmer die Knoten immer festen und stricken noch komplexere Muster. Es werden Abhängigkeiten aufgebaut, und Autonomie, wenn auch nur scheinbar, abgegeben.
Dann kommt wieder der bekannte Mechanismus des Vergessens zum Einsatz und die alptraumhafte, erschaffene Situation wird zur neuen Norm. Die Teilnehmer haben noch nichtmal böse Absichten bei alle dem, für sie ist es normal. Es ist die Art wie sie sozialisiert wurden, sie spiegeln das Verhalten anderer Menschen die sie kennen gelernt haben.
Die Angst sich von diesem Verhalten zu emanzipieren ist natürlich absurd. Man hat vor genau dem Angst, was durch das festhalten am Status Quo bedingt ist. Vielleicht gibt es auch echte Monster, einen Großteil kann man aber glaube ich auf diese intersubjektiven Komplexe zurückführen.
Hat man es dann irgendwie geschafft sich aus einer Interdepenz zu lösen muss man sich um die nun lose herumbaumelnden Enden kümmern.

Eine Strategie ist es, diese losen Enden selber untereinander zu verweben. Dann genügt man sich selbst und ist ein abgeschlossenes rundes Wesen. Diese Strategie birgt die Gefahr innere Persönlichkeiten zu konstruieren mit deren Hilfe man das nun erlernte Bedürfniss nach Interdepenz befriedigen kann. Das kann aber auch eine hilfreiche Krücke sein, die man dann irgendwann nicht mehr braucht.

lose Enden verbinden

Alternativ sucht man sich einen neuen Partner mit dessen losen Fäden man die eigenen verweben kann. Dabei besteht natürlich die Gefahr das man in der selben Situation landet aus der man gerade erst entkommen ist.

Man kann die Fäden auch auf verschiedene Menschen in einer (oder mehreren) Gruppe(n) verteilen. Diese Art von Fäden haften allerdings fast ausschließlich an Persönlichkeiten. Das heißt im Zentrum der Gruppe muss ein charismatischer Führer stehen (gefährlich) oder eine abstrakte Persönlichkeit (z. B. Jesus, Buddha, oder andere heilige).

charismatischer Führer

Die Fäden lose im Wind hängen zu lassen ist mit der Gefahr verbunden, dass man irgendwo hängen bleibt. Das muss nicht schlecht sein, wenn dieses Irgendwo ein guter Ort ist. Allerdings gibt es auch Seelenfänger die genau nach solchen losen Fäden ausschau halten. Die haben selten gutes im Sinn, selbst wenn sie selber denken sie hätten es.

Seelenfänger

Anmerkungen

  1. Ich benutze das Wort Komplexe so wie C. G. Jung es benutzt.