Einige Handlungen erfordern bestimmte Stimmungen. Stimmungen können erzeugt werden, dazu gibt es Werkzeuge. Der Umgang mit ihnen kann gelernt werden.

Beispiele für Werkzeuge:

  • Atemtechniken
  • Dehnübungen
  • Körperhaltung
  • Musik hören
  • (freies) Tanzen
  • Essen, Nahrungsmittel
  • Gegenstände / Möbel / Bilder die man sieht oder mit denen man interagiert
  • Sprache, was man wie zu wem sagt
  • Kontakt mit gewissen Menschen
  • Gerüche
  • Spezielle Gedanken und Ideen
  • Bewegungen
  • Äußere Erlebnisse
  • Substanzen (Fest, Flüssig, Rauch), im Gegensatz zu Nahrung
  • Öffnungswinkel des Aufmerksamkeitskonus ;)
  • Ankerpunkt des Aufmerksamkeitskonus, im Körper etwa: Kopfoberseite, Stirn, Kehle, Herz, Bauch, Ende der Wirbelsäule.
  • Erinnerung an Stimmung
  • Kopieren von (vermeintlichen) Stimmungen von anderen
  • Geistige Disziplin

Eine bestimmte Stimmung ermöglicht bestimmte (innere) Erlebnisse. Äußere Erlebnisse, ohne die passende Stimmung, führen zu inkongruenten inneren Erlebnissen.

Vorraussetzung eine Stimmung zu erzeugen:

  • schonmal in ihr gewesen zu sein
  • Stimmungen überhaupt zu erkennen

Das Beobachten und Erzeugen zu vermischen ist mindestens schwierig, vielleicht sogar kontraproduktiv. Vielleicht muss man beides entkoppeln, um unendliche Fraktal loops zu vermeiden.

Eine Stimmung zu erzeugen, sie aufrecht zu erhalten und in ihr zu fließen, dass scheint mir ein sinnvoller Weg zu sein.

Offene Punkte (unstrukturiert)

Mit welchen Kompass die Stimmungen erzeugen?

Man kann die Stimmung als Mitttel zum Zweck sehen. Bei einem gegebenen gut definierten Problem / einer Aufgabe ist es einfach. Bei einer offeneren Situation ist es komplizierter.

Kann es auch andersrum sein? Also das die Stimmung nicht Mittel zum Zweck ist?

Dann sieht man die Stimmung als gegeben an und widmet sich den Aufgaben, die mit der Stimmung korrespondieren. Ich denke das ist der Standard in einer unreflektierten Existenz. Wenn man nicht mit ‘positiven’ Stimmungen gesegnet ist kann man sich das aber eigentlich nicht erlauben.

Wenn man in einer Stimmung gewesen sein muss um sie zu erzeugen, wie kommt dann die erste Stimmung zu stande?

Wahrscheinlich durch kopieren von anderen Menschen. Die Menschen müssen nicht real sein, hier kommen Romane und Filme ins Spiel. Wenn Autoren Stimmungen gut genug beschreiben reicht das auch als Prototyp.

Ist das überhaupt sinnvoll die Stimmung manipulieren zu wollen?

Wenn man sich damit nicht auseinandersetzt ist man ohne Verteidigung für externe Stimmungen. Wenn sich solche Stimmungen unkontrolliert im Umfeld ausbreiten und eine Eigendynamik entfalten kommt selten etwas gutes raus.

Was ist mit Revolutionen? Denen geht doch auch eine Stimmung vorraus, die sich ausbreitet und eine Eigendynamik entfaltet.

Viele Revolutionen wurden auf dem Reisbrett entwickelt. Die Pläneschmieder waren nicht zwingend besser als die bis dato Herrschenden. Wenn man gegen ein System nach den Regeln des Systems rebelliert landet man zwangsweise in einem ähnlichen System.

Wie sieht also eine echte Revolution aus?

Gute Frage. Basierend auf anderen Werten? Basierend auf anderen Annahmen über die Menschen, den Planeten und das Universum? Vor allem aber ohne zu sehr auf das System, gegen das revoltiert wird einzugehen. Das Gegensystem muss in einem Raum aufgespannt werden, der dem alten System nicht zugänglich war. Gibt es den Raum nicht, gibt es auch keinen Grund das alte System abzuschaffen, dann sollte man sich eher auf dessen Transformation konzentrieren. Revolution ist dann fehl am Platz.

Also ist eine Revolution nur nötig, wenn ein System nicht offen genug ist, wenn ihm Freiheiten fehlen. Wenn es die nötige Komplexität nicht abbilden kann, die nötig ist um Lösungen für gegebene Probleme konstruieren zu können.

In einem maximal offenen System (dem Dao ansich) gibt es keine Probleme, es gibt nur das was ist.

Ja, das ist dann zu offen. Das richtige System ist so offen wie möglich, aber so beschränkt wie nötig.

Oder so offen wie nötig, aber so beschränkt wie möglich?

Die Offenheit ist gegeben, das ist die einzig objektive Realität. Der Ausgangspunkt ist das gegebene System, das ja gewisse Einschränkungen hat. Diese müssen soweit aufgeweicht werden, soweit es nötig ist um neue Probleme abbilden zu können. Also ja, so offen wie nötig, so beschränkt wie möglich. Das wirkt kontraintuitiv für ein ideales System in einer offenen Gesellschaft, scheint aber richtig zu sein.